Mitte Oktober ging es für ein kleines Team von Visions auf Projektreise nach Uganda. Gefeiert wurde die Eröffnung der neuen Bibliothek an der St. John Bosco School und damit auch gleichzeitig der Abschluss unseres ersten Projektes in Uganda. Im Zuge der Reise haben wir uns auch nach neuen Projekten in Uganda umgesehen.

Viel geschafft – Die Eröffnungsfeier

Zusammen mit den Schülern, Eltern, Lehrern und unserem lokalen Partner KIDA (Katosi Intercommunity Development Alliance) wurde eine eindrucksvolle Eröffnung der Bibliothek samt Verwaltungsräumen gefeiert. Die Schüler*innen boten uns verschiedenste Aufführungen, trugen Lieder vor und auch die Lehrer*innen stellten sich vor. Der Vorsitzende von KIDA hielt einen nachdrücklichen Vortrag, in dem er Eltern die Wichtigkeit von Bildung verdeutlichte. Zudem zeigte er die Rolle und Wichtigkeit der Eltern in der Erziehung auf, um motivierte und lernwillige Kinder zu unterstützen. Die Eröffnung wurde von der lokalen Presse verfolgt und mit einem anschließenden Gruppenfoto beendet. 

Fotocredits: Christina Feldt

Viktoriasee – Vielfältige Einblicke in Uganda 

Ein ganz besonderes Geschenk erhielten wir dieses Mal vom Vorstand unseres Partners KIDA. Ihm war es ein Anliegen, dass wir die Inseln des Viktoriasees kennenlernen. So wurde für uns ein Besuch auf der Insel Mbeya organisiert, die am Ufer des beeindruckenden Viktoriasees liegt. Mbeya ist bewohnt von ca. 300 Menschen, die hauptsächlich vom Fischen leben. Aufgrund gesetzlicher Neuregelungen, die den Fischbestand des Viktoriasees schützen sollen, sind leider viele Fischer*innen arbeitslos geworden und aufs Festland gezogen, um dort eine andere Arbeit zu finden. Wir hatten die Chance mit dem Inselvorsteher zu sprechen, der uns herzlich empfing. Er zeigte uns die einzige kleine Schule, ein Bretterverschlag wie es die St. John Bosco School am Anfang auch gewesen war. Viele Kinder besuchen jedoch eine Schule auf dem Festland und bleiben während der Schulzeit fort von zu Hause und ihren Eltern. 

Erstes Projekt in Uganda umgesetzt – Wie geht es weiter?

Mit der St. John Bosco School haben wir Land und Leute kennen und lieben gelernt. Wir haben dadurch die Möglichkeit bekommen uns ein gutes Netzwerk vor Ort auszubauen. Beste Voraussetzungen, um weiterhin im Land zu bleiben und nach neuen Projekten zu suchen. Bereits im Vorfeld sind wir deshalb zusammen mit unserem Partner KIDA auf Recherche nach neuen Schulbauprojekten gegangen, denn der Bedarf an funktionierenden und würdigen Lernstätten ist in Zentral-Uganda bei weitem noch nicht gedeckt. 

Großer Bedarf – Neue Schulbauprojekte in Uganda

Insgesamt vier Schulen haben wir gemeinsam mit KIDA besucht. Wir haben mit den Lehrer*innen und Schüler*innen gesprochen und den Bedarf ermittelt. Und waren einmal mehr überwältigt, mit welchem Engagement vor allem die Schulleiter*innen den Kindern trotz der schwierigen Umstände eine bestmögliche Bildung bieten möchten. Oft fehlt es aber an finanzieller Unterstützung, um Klassenräume instand zu setzen oder überhaupt welche zu bauen. An drei von vier Schulen mussten sich einzelne Klassen ein Zimmer teilen. Das liegt einerseits daran, dass ältere Räume baulich bereits so stark beschädigt sind, dass sie eine Verletzungsgefahr darstellen und andererseits, dass es schlicht zu wenig Klassenräume gibt, um alle Schüler*innen zu unterrichten. Wir mussten außerdem feststellen, dass die Schulen häufig aus Materialien minderer Qualität gebaut werden, um Kosten zu sparen. Die Haltbarkeit dieser Materialien ist sehr gering, die nötige Instandhaltung teuer und aufwendig. Wir hoffen, im nächsten Jahr eine der Schulen gemeinsam mit KIDA unterstützen zu können. Zuvor machen wir uns an eine gründliche Auswertung und klären letzte Fragen. 

Fotocredits: Christina Feldt

Fehlende Bildung und Ernährungssicherheit – Ein Treffen mit der Welthungerhilfe

Zum ersten Mal besuchten wir im Zuge der Reise den Norden Ugandas. Karamoja zählt zu den ärmsten Regionen Ugandas, vor allem weil hier ein sehr trockenes Klima oft zu Ernteausfällen führt. Den meisten Menschen fehlt es an alternativen Einkommensquellen um dies auszugleichen. In der kleinen Stadt Moroto trafen wir die Welthungerhilfe um eine mögliche Kooperation zu besprechen. Das Ziel der Welthungerhilfe ist eine Welt ohne Hunger. Ernährungssicherheit und Bildung hängen eng zusammen. So strebt die Organisation an auch bedürftige Schulen zu unterstützen. Gemeinsam besuchten wir die Kaloi-Grundschule, welche sich in Mitten von nomadischen Dörfern befindet. Lange Zeit hatte Bildung hier keinen Stellenwert. Seit kurzem ändert sich das und es ist eine Gegenbewegung zu erkennen. Eltern mobilisieren sich und möchten auf die Relevanz von Bildung aufmerksam machen. Diese Bewegung wollen wir fördern indem wir die Grund-Infrastruktur der Schule wieder herstellen. Diese befindet sich zur Zeit in einem sehr baufälligen Zustand. Noch sind die genauen Maßnahmen in Planung, aber wir berichten sicher ganz bald wieder!