Ausganslage

Uganda ist ein ostafrikanischer Binnenstaat, der an die Krisenregionen Südsudan und Demokratische Republik Kongo grenzt. Im Süden grenzt Uganda an den Victoriasee, den größten See Afrikas. Die Einwohner*innenzahl Ugandas beträgt knapp 35 Millionen. Amtssprachen sind Englisch und Swahili, insgesamt werden aber über 40 verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen. Die Geschichte Ugandas ist durch eine jahrelange und gewaltgeprägte Militärdiktatur gezeichnet, die nach der Dekolonialisierung und Unabhängigkeit des Landes in den 70er Jahren hunderttausende Menschenleben forderte. Die bewaffneten Konflikte dauerten bis ins Jahr 2006 an. Neben den Unruhen brach in den 80er Jahren eine HIV-Epidemie über das Land ein, die bis zum heutigen Tag viele Tote fordert. Die Zahl der Waisenkinder in Uganda stieg seitdem drastisch. So sind fast ein Drittel aller Waisenkinder Ugandas aufgrund ebendieser Epidemie elternlos. Unsere neue Projektschule Nakibanga Primary School liegt in Zentraluganda und ist nach der St. John Bosco School in Katosi bereits unser zweites Schulprojekt in Uganda. Momentan wird die Schule von 154 Jungen und 205 Mädchen im Alter von 4 bis 17 Jahren besucht. Von der Vorschule bis zur siebten Klasse unterrichten drei Lehrerinnen und sechs Lehrer die insgesamt 359 Schüler*innen. Die Nakibanga Primary School ist eine öffentliche Schule und somit kostenfrei – den oft mittellosen Kindern ermöglicht sie im großen Umkreis den einzigen Zugang zu Bildung.

Problemstellung und Lösung

Das sieben Hektar große Schulgrundstück gehört der Kirche, die die Schule 1950 erbaut und gegründet hat, die Schule operiert dennoch konfessionsunabhängig. Insgesamt gibt es dort drei spärlich eingerichtete Klassenblöcke mit je zwei bis drei Klassenzimmern, Toiletten, eine Küche und Lehrer*innenhäuser. Der Unterricht findet allerdings nur in zwei der insgesamt drei Klassenblöcken statt, da sich eines der Gebäude in einem besonders schlechten baulichen Zustand befindet. Dies führt zu einem Klassenraummangel, sodass zwei Klassenstufen parallel in einem Raum unterrichtet werden. Zudem fehlt es der Nakibanga Primary School an notwendigem Mobiliar wie zum Beispiel Schulbänken, sodass keine angemessene und konzentrierte Lernatmosphäre herrschen kann. Die Situation der Sanitäranlagen stellt ebenfalls keine akzeptable Sicherheit dar: Für insgesamt 359 Schüler*innen und neun Lehrer*innen gibt es nur eine überlastete und unhygienische Latrine. Das ist insbesondere für Mädchen im Hinblick auf ihre Menstruation äußerst problematisch. Neben all diesen Hindernissen ist der Zugang zu trinkbarem Wasser sehr begrenzt – an der Schule selbst gibt es keinen Brunnen, so dass die Kinder Wasser vom Dorfbrunnen holen müssen. Dies führt zur Konsumierung von unsauberem Wasser, wodurch die Kinder leichter erkranken.

Unser Projekt startet im ersten Halbjahr von 2019 mit dem Bau zwei neuer geschlechtergetrennte Latrinenanlagen mit jeweils sechs Kabinen. Der Zugang zu sauberem Wasser erfordert im ersten Schritt Grundwasserproben, um eine geeignete Wasserquelle zu finden und folglich entsprechende Baumaßnahmen, um den Zugang einzuleiten. An dieser Stelle danken wir der Hamburger Firma Ovy, die uns bei der Finanzierung des ersten Bauabschnitt unterstützt. So tragen sie mit ihrer Spende dazu bei, dass Lernbedingungen für Mädchen in Uganda verbessert werden und ihre die Menstruation nicht mehr ein Hindernis für ihre Schulbildung darstellt.

Darüber hinaus soll auch gebäudetechnisch etwas passieren: Zum einen sollen geschlechtergetrennte Lehrerinnen- und Lehrerhäuser entstehen, um einer drohenden Abwanderung des Lehrpersonals aufgrund fehlender Wohnmöglichkeiten entgegenzuwirken. Außerdem soll ein neuer Klassenblock mit drei Klassenzimmern entstehen und alle Klassenräume mit Lehrer*innenpult, Sitzbank und Tischen ausgestattet werden. Langfristig möchten wir ergänzend zu der Infrastruktur Workshops für Eltern organisieren und Komitees einrichten, welche zum einen Wege zur Instandhaltung der Schule aufzeigen und zum anderen inhaltlich Bewusstsein für Bildung schaffen.

All diese Maßnahmen können der Nakibanga Primary School neue Qualitäten für ein konzentrierteres Lernen verleihen – dies wirkt auf unser primäres Ziel ein, gemäß dem vierten Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen qualitatives Lernen zu fördern um damit die Lernerfolge, gerade das Erlernen von Basisfähigkeiten, zu garantieren.